Towards Another Miraculous

Towards Another Miraculous

a dérive with Frank Willens (2014/2015)

Is there another way? There is another way. This is stirring the dust and watching it settle, melding action and residue, bringing the unseen into the visible spectrum. What emerges when we adhere to a strict regime of openness, and what is the effect on our ontological status when we subject ourselves to the unknown not as an abstract concept but as an experienced reality? And how do we live to tell about it. This is playing with particular parameters. This is moving towards another miraculous.

 

In Towards Another Miraculous dient Frank Willens und Maria Francesca Scaroni die unabgeschlossene Trilogie In Search of the Miraculous des in den 1970er Jahren arbeitenden Niederländischer Künstlers Bas Jan Ader als Ausgangspunkt. Als wesentlicher Teil der Recherche hat das choreographische Duo einen Monat lang täglich auf der Strassen Berlins verbracht um einen Zustand des Nichtproduzierens zu erreichen, eine Art dérive. Anstelle des Produzierend stand hierbei die Erfahrung, das Dasein im Mittelpunkt. Das Ziel war dann aus diesem Zustand ein Stück zu machen.Entstanden ist eine Ver- Wandlung des Theaters zum Naturkundemuseum, Austellungsraum, Rockkonzert, Ritualort, Flughafen und eben auch Tanzbühne. Das Publikum ist eingeladen/gezwungen die Bühne und das Theater anders zu erleben – so befinden sich die Zuschauer beispielsweise auf der Bühne bevor die Bühne zur Bühne wird. Aus der ersten Landschaft führen sich am Boden des Ozeans begegnende Lichtquallen das Publikum zur nächsten Landschaft, in welcher diskutierende Eisbergen existenziellen Fragen (des Verschwindens, Schmelzens, Treibenlassens – was sonst wäre von existelntieller Bedeutung für Eisberge?) nachgehen. Lustige und tragische Momente und Perspektiven scheinen auf. Willens und Scaroni bleiben nicht 1 zu 1 mit der Geschichte von Bas Jan Ader und seinem tragischen Lebensende am Meer. Vielmehr nehmen sie essenzielle Anteile seine Arbeit – wie Offenheit, Melancholie, Glauben und dergleichen – und transformieren diese in Teile ihrer Untersuchung. Hierbei ist es ihnen wichtig, dass das Theater auf eine andere Art bespielt wird. Bühne und Zuschauerraum verirren sich untereinander, um einen Ort zu schaffen, an dem alles überall passieren kann; wo die Grenzen der Möglichkeiten verschwinden. Die zwei Protagonisten tanzen, singen, kontrollieren die Beleuchtung, spielen die Musik selber und arrangieren den Raum immer neu. Die dem Menschen inhärente Selbst-Verantwortung für die Gestalt unserer Welt ist ein dem Stück innenwohnendes Thema.Obwohl Towards Another Miraculous mit seiner Uraufführung im HAU3 (Berlin) ein scheinbar fixiertes Stück geworden ist, handelt es sich tatsächlich eher um ein Format der ‘unendlichen’, der weiterführenden Recherche. In jedem Theater(raum) muss es neu verhandelt, gehandelt und (aus)gedacht werden. Am Ende des Stückes erscheinen für die letzten 3 Minuten zehn Menschen der Bühne. Diese Menschen werden vor Ort gefunden und nehmen in einem kostenlosen Workshop mit uns Teil, in welchem sie mehr über unsere Recherche und Arbeitsweise erfahren können.

Tanz/Konzept: Frank Willens, Maria F. Scaroni

Musik: Frank Willens, Maria F. Scaroni

Kostüm/Bühne: Anne-Sophie Malmberg Bühne: Nomad

Licht Design/Technische Leitung/live performance: Dominique Pollet
Dramaturgie: Shane Anderson
Produktion: Jessica Páez
Pressearbeit: M.i.C.A. – Movement in Contemporary Art (www.mica-berlin.com)
Koproduktion: HAU Hebbel am Ufer. Gefördert durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei- Kulturelle Angelegenheiten und den Fonds Darstellende Künste. Unterstützt vom Ponderosa Tanzland Festival und vom Noore Tantsu Festival.

Excerpts:

https://www.youtube.com/watch?v=6RKNc2ie4mI

https://vimeo.com/122630412

 

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Photo Credits: Sven Hagolani

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